Nimm, was du Kriegen Kannst!

„Vor langer Zeit, als die Welt noch jung war, regierten die stolzen Könige der Menschen, berühmt für ihre Ehrbarkeit und Güte. In silbernen Türmen lehrten die Weisen des Elfenvolks die Mysterien der Magie und in den mächtigen Festen des Eisengebirges thronten die stolzen und unerschütterlichen Zwerge. Und dann gab es schließlich noch uns, die Kobolde. Man kann vielleicht nicht behaupten, wir wären besonders ansehnlich, stattlich oder mutig, aber auch wir sind für eine Sache berühmt: Wir sind Geschäftsleute!
Profit ist für uns mehr als nur ein schnöder Begriff - es ist eine Offenbarung. Und so entsprangen unserem Volk die vier mächtigen Konzerne, die bald das gesamte Wirtschaftssystem der Welt beherrschten. Monopole, Preisabsprachen und unlauterer Wettbewerb waren für uns Kobolde nicht etwa eine Begleiterscheinung unseres Erfolgs – sie gehörten zum guten Ton. Es war eine goldene, wunderbare Zeit! Wie die Tragik des Schicksals es will, erfuhren wir von den anderen Völkern jedoch niemals Anerkennung für unsere Verdienste.
Eines Tages kam es zu dem Ereignis, das die Geschichtsschreiber heute „Krysis“ nennen, den großen Zusammenbruch der Wirtschaft. Natürlich gab man uns die alleinige Schuld, obwohl wir doch nichts als Opfer der Umstände waren. Zur Strafe verbannte man uns und unsere vertragsgebundenen Mitarbeiter in ein altes verlassenes Bergwerksystem in den nördlichen Bergen.
Doch wären wir nicht Kobolde, hätten wir nicht auch aus dieser Lage den größtmöglichen Profit geschlagen. Kaum waren wir verbannt, entdeckten wir ein Vorkommen von seltenen Kristallen in unserem Gefängnis und die Konzerne formierten sich sogleich erneut. „Nimm, was du kriegen kannst“, so lautet unser Kredo. Denn wir sind Kobolde. Und wo andere Habgier sehen, sehen wir Stolz. Wo andere Brutalität sehen, sehen wir eine Strategie. Wo andere eine Krise sehen, sehen wir - neue Möglichkeiten.“

- T. X. Magnifizz, Aufsichtsratsvorsitzender von GEMCORP, Inc.